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Strundeflut überrollt Back Company in Bergisch Gladbach

Katastrophen-Tagebuch der Back Company Filiale in Bergisch Gladbach

Tag 8086 bzw. Woche 12: Dankbar sein

Die Tage 80 bis 86 nach der Überschwemmung unseres Bäckerei-Cafés in Bergisch Gladbach verbringen wir in der Back Company in Gummersbach und backen an unserem Dank für alle Helfer und Spender, die uns in den letzten 12 Wochen unterstützt haben. Dieser tiefe Dank sucht sich immer wieder einen Weg – es sind so unglaublich viele Formen der Hilfe, die uns erreicht haben und immer noch erreichen, so berührende und überwältigende Momente, dass wir es immer noch nicht geschafft haben, allen unseren persönlichen Dank auszusprechen. Wir halten aber daran fest, irgendwann und irgendwie die passende Form zu finden.

Tag 79: Hurra – der neue Spezialdrucker ist da!

An Tag 79 nach der Überflutung unserer Back Company in Bergisch Gladbach wird der neue Spezialdrucker zum Bedrucken der Preiskarten geliefert.

Was für eine Odyssee:  Am Abend von Tag 10 hat ein Freund den alten Kartendrucker noch zum Leuchten gebracht. Zwei Tage später ging nichts mehr und sämtliche Reparaturversuche führten ins Leere. Nach dem wir ihn dann eingeschickt hatten, bekamen wir an Tag 55 die traurige Nachricht, dass der Drucker vom Schlamm verschmutzt und kaputt ist. An Tag 62 wurde der neue Drucker irrtümlich zur Back Company nach Bergisch Gladbach geschickt, da dort derzeit geschlossen ist, konnte der Drucker nicht angenommen werden und nahm ein paar Umwege. An Tag 69 kam das Gerät dann endlich bei uns an, beim Anschließen stellten wir allerdings einen Fehler fest und es ging für den Drucker wieder zurück.

Nach über 11 Wochen ist es heute, an Tag 79, nun endlich wieder möglich die Preisschilder für die Back Company in Gummersbach zu drucken. Und das verdanken wir vor allem unseren Unterstützern und Spendern! Was so banal wirkt, aber so lange dauert, führt dann zu einem wunderbaren Gefühl der Erleichterung und Freude. Vielen Dank dafür!

Tag 77 + 78: Die Herausforderungen der Antragstellung

Die Tage 77 und 78 nach der Hochwasserkatastrophe im Strundepark in Bergisch Gladbach nutzen wir, um die Antragstellung der Wiederaufbauhilfe voranzubringen. Die erforderlichen Sachverständigen sind gefunden und auch beauftragt. Nun müssen wir in Vorleistung gehen, denn die Sachverständigen beginnen erst nach Begleichung der ersten Rechnungen mit der Arbeit. Dank der Spenden, ist uns dies möglich und so steht aus unserer Sicht der Antragstellung nichts mehr im Wege.

Ganz so schnell geht es dann aber doch nicht. Wir erfahren, dass die Richtlinien zur Schadenermittlung wichtige Fragen offen lassen und es zwischen den Vertretern der Sachverständigen, der IHK und der Politik einen Austausch gibt, um das Verfahren zu klären.

Auf Anraten des Sachverständigen-Büros beginnen wir damit, sämtliche Unterlagen und Zahlen zusammenzutragen und die Excel-Datei zu füllen. Es bleibt also zu hoffen, dass sich die Beantragung der Aufbauhilfe wirklich zu einem schnellen und unbürokratischen Antragsverfahren entwickelt.

Tag 76: Einfach mal an Feste denken

Es ist Tag 76 nach der Überflutung unserer Back Company in Bergisch Gladbach und die Abrissarbeiten schreiten voran. Wir können im Augenblick nichts weiter tun, also richten wir unseren Blick auf die schönen Dinge des Lebens.

Die extrem betroffenen Menschen an der Ahr machen es uns vor. Mitten in den zerstörten Gebieten werden Helfer- und Weinfeste gefeiert und das ist gut so, denn Lebensfreude und Geselligkeit sind das Elixier, um schwere Zeiten zu meistern. Wir nutzen also die Zeit und bereiten die Oktoberfestwochen für die Back Company in Gummersbach vor.

Tag 73, 74 + 75: Die Trocknungsgeräte machen Pause

Die Tage 73, 74 und 75 nach der Strundeflut in Bergisch Gladbach vergehen und unser Blick fällt auf die Armee von Trocknungsgeräten, die ihre Zeit im Pausenraum verbringen. Obwohl es nach fast 11 Wochen immer noch jede Menge Feuchtigkeit im Laden gibt, können sie während der Abrissarbeiten nicht zum Einsatz kommen.  

Tag 71 + 72: Hurra: Der Bodenabriss hat begonnen!

Tag 71 + 72 nach der Überschwemmung unseres Bäckerei-Cafés in Bergisch Gladbach bringen die überraschende Wendung. Vertröstete uns der Vermieter gerade noch auf die kommende Woche, stellen wir bei einer erneuten Stippvisite auf der Baustelle fest, dass die Abrissarbeiten bereits in vollem Gange sind.

Die Handwerker auf dem Gelände des Strundeparks haben einen kurzzeitigen Leerlauf genutzt und sich den Boden unserer Back Company vorgenommen. Wir erfahren, dass bereits die ersten drei Container Bauschutt abgeholt wurden und die nächsten wieder so gut wie voll sind. Und wir sehen mit eigenen Augen, wie nass es unter der noch so schön wirkenden Oberfläche tatsächlich ist.

Tag 68, 69 + 70: Quälende Ungeduld – kein Vorankommen in Sicht

Die Tage 68, 69 und 70 nach der Unwetterkatastrophe im Strundepark in Bergisch Gladbach und der Zerstörung unser Back Company verbringen wir in quälender Ungeduld. Wir wissen schon seit geraumer Zeit der Boden im gesamten Geschäft muss komplett raus. Seit Tagen ist die Baustelle verwaist, und es scheint leider nicht voranzugehen. Ein Zustand der schmerzt, denn der Druck ist und bleibt groß.

Tag 66+67: Vandalismus macht traurig

Tage 66 + 67 nach der Hochwasserkatastrophe im Strundepark in Bergisch Gladbach vergehen und wir fühlen uns machtlos. Wir sind machtlos gegen Verunstaltungen des Äußeren unserer Back Company aber auch machtlos, was den Fortschritt im Inneren des Gebäudes betrifft.

Die Baustelle wirkt seit Tagen wie verwaist und dies lockt scheinbar Sprayer an. Für uns ist dies keine Kunst, sondern Vandalismus, der einfach nur traurig macht.

Tag 64 + 65: Die Hürden der Antragstellung

Tag 64 + 65 nach der Überflutung unserer Back Company in Bergisch Gladbach verbringen wir damit, die Beantragung der Wiederaufbauhilfe zu ergründen. Was auf den ersten Blick noch machbar schien, lässt immer mehr Hürden erkennen.

Für die IHK ist das Prozedere der Antragstellung ebenfalls völlig neu. Die Mitarbeiter engagieren sich und recherchieren für uns nach Antworten. Die Rheinisch-Bergische Wirtschaftsförderungsgesellschaft meldet sich sogar von selbst und bietet ihre Unterstützung an.

Gemeinsam stellen wir fest, dass zunächst die erste Hürde genommen werden muss: Wir benötigen drei verschiedene Sachverständige und zwar zur Bewertung des Inventars, der Geräte und Maschinen und für die Betriebsunterbrechung. Eine Herausforderung, denn sämtliche Sachverständige sind mehr als ausgelastet. Wir nehmen die Herausforderung selbstverständlich an, und telefonieren, was das Zeug hält…

Tag 63: Das Glück helfen zu können

Tag 63 nach der Strundeflut in Bergisch Gladbach. Im Radio läuft ein toller Bericht. Es geht ums Ehrenamt. Seit der Hochwasserkatastrophe gibt es einen großen Zulauf bei THW und Feuerwehr. Welch schöne Entwicklung, seit 2 Monaten geben Menschen in den Krisenregionen alles, um die Betroffenen der Überschwemmung zu unterstützen. Sie nennen es Glück, helfen zu können. Und wie es scheint, wollen sie dies dauerhaft tun. Zumindest lassen uns die heutigen Radionachrichten von einer Zukunft in Gemeinschaft und Solidarität träumen.

Radiobericht

Tag 62: Politik hält Verspechen – Wiederaufbauhilfe beschlossen

Es ist Tag 62 nach der Unwetterkatastrophe. Genau 2 Monate ist es jetzt her, dass unser Bäckerei-Café in Bergisch Gladbach zerstört wurde. In den letzten Tagen wurden wir, wie versprochen, über den Prozess der Gesetzesbildung auf dem Laufenden gehalten. Wir können es kaum fassen, der Bund und die Länder stehen zu ihrer Verantwortung, denen zu helfen, die durch die Flut vor den Trümmern ihrer wirtschaftlichen Existenz stehen.

Heute erreicht uns erneut eine Mail aus Berlin. Diese verschafft einen guten Überblick, deshalb haben wir uns entschlossen, dies zu teilen, schließlich gibt es im Rheinisch Bergischen Kreis noch weitere Betroffene, die dringend Hilfe brauchen. Wir zitieren wie folgt:

„Laut einer am Montag veröffentlichten Förderrichtlinie können Privathaushalte, Unternehmen und Betriebe für die Land- und Forstwirtschaft sowie Kommunen Förderanträge stellen.

Umfangreiche Informationen finden Betroffene unter https://www.land.nrw/de/wiederaufbauhilfe. Dort sind bereits viele Fragen und Antworten zur Antragstellung hinterlegt. Zusätzlich ist ein Servicetelefon „Wiederaufbau“ unter der Nummer 0211 46844994 montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr sowie samstags und sonntags von 10 bis 16 Uhr für Fragen eingerichtet. 

Für Privathaushalte besteht bereits ab Freitag, 17. September, die Möglichkeit, online Förderanträge zu stellen. Einen Leitfaden zur Antragstellung finden Betroffene
unter www.mhkbg.nrw/gemeinsam-anpacken-wiederaufbauen.

Für Unternehmen hat die IHK Köln das Antragsformular und das Antragsverfahren auf 

https://ihk-koeln.de/hauptnavigation/beratung-und-services/aufbauhilfe-flut/fluthilfe-antragsverfahren-und-vergabekriterien-5251888 eingestellt. 

Darüber hinaus plant der Rheinisch-Bergische Kreis in Zusammenarbeit mit seinen Kommunen, Bürgerinnen und Bürger bei der Beantragung zu unterstützen. Betroffene können dann mit ihren Unterlagen zu einer Beratung kommen und ihren Antrag gemeinsam mit Expertinnen und Experten bearbeiten. Die Vorbereitungen für den Start des Beratungsangebots laufen derzeit. Geplant sind Beratungsstellen in Leichlingen, Rösrath und Bergisch Gladbach. Das Angebot soll in den nächsten Tagen starten.” (Büro Dr. Hermann-Josef Tebroke, MdB)

Tag 61: Mer stonn zesamme – Karnevalsmotto ist Wirklichkeit

Tag 61 nach der Unwetterkatastrophe im Strundepark in Bergisch Gladbach zeigt abermals, welch großartige Solidarität uns zu Teil wird und was Zusammenhalt bedeutet.

Vor ein paar Tagen musste in der Lagerhalle des Landwirts Platz für die Ernte geschaffen werden. Dabei kam die gute Idee auf, unsere Stühle auf dem, ebenfalls dort untergestellten, Karnevalswagen zu räumen. Der Wagen der Karnevalisten aus Lindlar-Schmitzhöhe musste Corona bedingt eine Session aussetzen und hat schon etwas Staub angesetzt. Trotzdem ist das Motto noch gut zu lesen „Mer stonn zesamme“ und der durchs Wasser schippernde Dampfer strahlt Kraft und Zuversicht aus: Wir sitzen alle in einem Boot und halten zusammen!

Es gibt kein passenderes Bild für das, was wir gerade erleben. Ein überwältigendes Gefühl: Ganz Schmitzhöhe mit den umliegenden Dörfern kommt uns zur Hilfe. In den letzten 2 Monaten haben uns unzählige Freunde, Familienangehörige und Nachbarn auf vielfältige Art und Weise geholfen.

Und heute erreichte uns eine Liste, die uns sehr bewegt. Eine Liste der Menschen, die dem Aufruf einer Familienangehörigen gefolgt sind. Wir werden dies niemals vergessen, denn es liegt tief in unseren Herzen. Unser allerherzlichster Dank dafür!

Tag 58, 59 + 60: Abwarten und “Tee” trinken

Die Tage 58, 59 und 60 nach der schrecklichen Hochwasserkatastrophe und der schmerzhaften Überflutung der Back Company in Bergisch Gladbach vergehen, und es fühlt sich so an, als ob nichts voran geht. Immer noch fehlen wesentliche Informationen für die Bauplanung. Unbändige Ungeduld und Unruhe machen sich bereit. Es braucht dringend Ablenkung und ein wenig “Normalität”. Wie schön, dass es Freunde gibt, die dem Chef dabei helfen, einmal Pause zu machen…

Tag 57: Klimawandel geht uns alle an

Es ist Tag 57 nach dem extremen Starkregen und Hochwasser in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen, was auch in Teilen von Bergisch Gladbach Leid und Zerstörung verursachte.  Die Menschen vor Ort fragen sich nach den Gründen für diese Katastrophe. Klimawandel und Flächenversiegelung werden dabei immer häufiger an erster Stelle genannt.

Die Klimafreunde Rhein-Berg, gründeten sich bereits im Frühjahr 2019, um sich für den Klimaschutz im Raum Bergisch Gladbach zu engagieren. Nach dem Grundsatz „Global denken – lokal handeln“ wollen sie die Menschen vor Ort für das drängende Thema Klimaschutz sensibilisieren und zum Mitmachen begeistern.

Kennengelernt haben wir die Klimafreunde im Rahmen ihres Projektes „Essbare Stadt Bergisch Gladbach“. Wir haben uns von ihnen begeistern lassen und zwei Hochbeete bei uns im Strundepark aufgestellt.

Nach der Unwetterkatastrophe am 14. Juli 2021hat ihre Arbeit für uns eine ganz neue Bedeutung bekommen und heute haben wir gelesen, dass sie sich für die Gründung eines Bürgerrates einsetzen, um damit das Schwerpunktthema Klimawandel schnellstens auf die Tagesordnung von Bürgern und Politik zu bringen.

Das Geschehene können wir nicht rückgängig machen, aber wir wollen uns in der Gegenwart für die Zukunft einsetzen!

Mehr über die Klimafreunde Rheinberg gibt es hier

Tag 56: Sortieren, Suchen und Sonnenschein

Es ist Tag 56 und die Sonne scheint so schön, wie lange nicht mehr. Kaum zu glauben, dass vor 8 Wochen ein so furchtbares Unwetter tobte und unser Bäckerei-Café und so vieles mehr in Deutschland zerstörte.

Wir nutzen das schöne Wetter und sortieren die vielen geretteten Sachen, einiges ist doch nicht mehr zu gebrauchen und muss entsorgt werden. Anderes muss an einen neuen Lagerort und eine besondere Box findet sich endlich wieder: Die Preisschildkarten sind aufgetaucht. Wussten wir es doch, sie wurden von lieben Helfern gerettet, gereinigt und sicher gelagert.

Nun fehlt uns zwar der passende Spezialdrucker zum Bedrucken der Preiskarten aber dank der großzügigen Spenden schaffen wir uns diesen in Kürze wieder an.

Es stimmt bei Sonnenschein fällt vieles leichter!

Tag 55: Spezialdrucker ist nicht mehr zu retten

An Tag 55 nach der Überschwemmung unserer Back Company in Bergisch Gladbach ist klar, der Spezialdrucker zum Bedrucken der Preiskarten ist nicht mehr zu retten. Am Abend von Tag 10 hat ein Freund ihn noch zum Leuchten gebracht. Zwei Tag später ging nichts mehr und sämtliche Reparaturversuche führten ins Leere. Vor wenigen Tagen haben wir ihn dann eingeschickt und heute die traurige Nachricht bekommen: Der Drucker ist extrem verschmutzt und kaputt.

Nun wird uns wieder bewusst, wie hoch das Schlammwasser im Laden gestanden hat, schließlich stand der Drucker 1 m hoch auf dem Tisch, aber das war definitiv nicht hoch genug.

Tag 54: Eine nette Geste gibt Kraft und spornt an

Es ist Tag 54 nach der Unwetterkatastrophe im Strundepark. Heute kommt das Gute aus dem Geschäftsumfeld. Die Kosten für unser Unternehmensprofil im Job-Portal werden uns erlassen, sprich es wird einfach kostenfrei weitergeführt.

Was für eine nette Geste. Dies ist nicht nur großzügig, sondern auch sehr motivierend. Unsere Back Company wird dort so wertschätzend beschrieben – das kann und darf doch nicht einfach vom Markt verschwinden. Zumindest spornt es uns an, dies alles wieder zum Leben zu erwecken.

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Tag 51, 52 + 53: Auf der Suche nach Wegen aus dem „Schlam(m)assel“

Tag 51, 52 und 53 nach der Überflutung unseres Bäckerei-Cafés in Bergisch Gladbach verbringen wir damit, verschiedene Szenarien zu durchdenken. Es fehlen immer noch wichtige Informationen für eine Zukunftsplanung, also verfangen wir uns in „was wäre wenn – Gedanken“ und Suchen nach möglichen Wegen aus dem Schlam(m)assel. Immerhin fällt uns für jedes Szenario etwas ein und wir geben natürlich nicht auf!

Tag 50: Es gibt sie, die engagierten Politiker

Tag 50 nach der Strundeflut und wir möchten von einem guten Gespräch berichten.

Viele von der Hochwasserkatastrophe am 14.07.2021 betroffenen Menschen bestätigen es immer wieder, sie verzweifeln an der Bürokratie und vermissen das Engagement der Politik. Uns geht es da ganz genauso, um so begeisterter sind wir, dass wir in Bergisch Gladbach einen Vertreter dieser Spezis gefunden haben, der dieses Klischee so gar nicht erfüllt.

Eigentlich wollten wir ja nicht mehr an Politiker schreiben, da wir davon ausgingen, dass es sowieso keine Antwort gibt. Auf Anraten eines Bekannten, haben wir diese eine Mail dann doch geschrieben. Bereits wenige Stunden später fanden wir bereits eine Antwort im Posteingang und dann wurde sogar ein Telefontermin vereinbart.

Dieser Termin wurde eingehalten, war gut vorbereitet und konstruktiv und wurde mit dem Versprechen beendet, die Anliegen aller von der Unwetterkatastrophe betroffenen Menschen im Rheinisch Bergischen Kreis mit in den Bundestag zu nehmen und sich bei der Verteilung der Hilfsfonds dafür einzusetzen, dass auch unsere Region Berücksichtigung findet. Und dann wird uns sogar noch glaubhaft vergewissert, dass wir über den Prozess auf dem Laufenden gehalten werden.

Selbst wenn es aus Berlin keine guten Nachrichten für uns gibt, ist es wichtig, dies frühzeitig zu erfahren, denn nur so gewinnen wir eine verlässliche Basis für alle weiteren Planungen.

Unser Fazit für heute lautet: nicht aufgeben, weiter kämpfen, alles versuchen und vor allem im Gespräch bleiben.

Tag 49: Lust auf eine süße Pause

Es ist Tag 49 nach der Überschwemmung unserer Back Company in Bergisch Gladbach. Ganze 7 Wochen ist es nun her und wir vermissen schmerzlich die genussvollen Momente mit einen leckeren Stück Kuchen und einem guten Cappuccino im gemütlichen Café.

Wie schön, dass die Kolleginnen aus Bergisch Gladbach ein Gespür dafür haben und nicht nur uns, sondern auch die Kunden in Gummersbach mit dem Café-Flair aus Bergisch Gladbach verwöhnen.

Natürlich ist Gummersbach nicht Bergisch Gladbach, aber die Back Company in Gummersbach ist genauso liebevoll geführt und der Kuchen und der Kaffee schmecken dort genauso lecker.

Wehmut kommt auf, wir haben in Bergisch Gladbach ein sehr schönes Geschäft verloren. Es kommt aber auch Dankbarkeit auf, wir haben schließlich nicht die Rezepte für die leckeren Produkte verloren und die wollen wir heute nach Herzenslust genießen!

Tag 48: Glück im Unglück – Bergisch Gladbacher kommen nach Gummersbach

Tag 48 nach der Flutkatastrophein Bergisch Gladbach und wir haben auf etwas Entspannung gehofft. Aber wie es scheint, ist etwas dran am Spruch „schlimmer geht immer“.

Die Corona-Quarantäne hat in Gummersbach zugeschlagen. Zwei Mitarbeiter der Back Company in Gummersbach müssen unabhängig voneinander, aber zeitgleich, für 14 Tage in Quarantäne, weil sie Kontaktpersonen 1. Grades sind. Glücklicherweise geht es ihnen gut und es gab urlaubsbedingt auch keinen Kontakt zum restlichen Team. Unglücklicherweise hat die Filialleiterin ihren langersehnten, oft verschobenen Urlaub, genau jetzt angetreten. Und schlimmer noch, denn der Chef ist echt angeschlagen. Es wird eng, richtig eng. In der jetzigen Situation können wir es uns keinesfalls leisten zu zumachen, es muss eine andere Lösung geben.

Und die gibt es. In jedem Unglück findet sich ein kleines Glück. Das Team aus Bergisch Gladbach ist derzeit, mangels Laden, in Kurzarbeit. Die ersten beiden Mitarbeiterinnen, die wir fragen, sagen spontan zu und springen ins kalte Wasser. Schließlich ist Gummersbach nicht Bergisch Gladbach. Wie funktionieren die völlig anderen Backöfen, welche Brötchen und Snacks sind beliebt und überhaupt, wie ticken die Kunden?

Die beiden Mitarbeiterinnen nehmen den weiteren Weg, die Suche nach einem geeigneten Parkplatz (ist mitten in der Stadt in Gummersbach deutlich schwerer als im Strundepark in Bergisch Gladbach) und die große Aufregung vor der neuen Herausforderung in Kauf und treten Ihren Dienst in Gummersbach an.

Um so herzlicher werden sie von den Kollegen in Gummersbach empfangen, denn hier sind alle sehr dankbar für die Unterstützung. Es wird sofort Hand in Hand gearbeitet und die Kunden sind begeistert.

Böse Zungen behaupten, wir seien verflucht, denn eine Krise jagt die Nächste. Aber sind wir nicht eher gesegnet, dass uns selbst in dieser tiefen Krise, immer wieder Engel geschickt werden? Liebe Bergisch Gladbacher Engel, was ihr tut ist nicht Bestandteil eures Arbeitsvertrages. Wir wissen, ihr tut es, um zu helfen. Ihr seid ein wichtiger Teil der leisen Helden dieser Unwetterkatastrophe. DANKE!

Tag 47: Heute geht unser herzlicher Dank nach Gummersbach

Es ist Tag 47 nach der Überflutung und der völligen Zerstörung unseres Bäckerei-Cafés im Strundepark. Fast 7 Wochen lang ist unsere gemütliche Back Company in Bergisch Gladbach nun schon geschlossen und somit ohne Kunden und Einkommen. Wie gut, dass es wenigstens noch unsere kleine Back Company in Gummersbachs Fußgängerzone gibt.

Während wir seit 47 Tagen im Krisenmodus sind, hat das Team in Gummersbach, alles getan, den Laden am Laufen zu halten und bestmöglich zu führen. Sie wussten, dass es jetzt allein auf sie und ihren Erfolg ankommt, um das Überleben für uns alle zu ermöglichen. Eine verdammt harte Aufgabe, denn die Corona-Pandemie hat dem Geschäft extrem zugesetzt. Monatelang war Gummersbachs Fußgängerzone wie ausgestorben und auch nach den Lockerungen blieben viele Kunden weg. Die Einschränkungen und ständig wechselnden Auflagen haben dem Team das scheinbar Unmögliche abverlangt, statt sie nun mit einem Corona-Bonus zu belohnen, müssen wir abermals um ihre Solidarität bitten.

Während in staatlichen Unternehmen, um einen solchen Bonus gestreikt wird, stellen unsere Mitarbeiter und auch unsere 4 Auszubildenden keine Bedingungen, sondern arbeiten mit vollem Einsatz weiter. Und das, obwohl wir ihnen, wie auch ihren Kollegen aus Bergisch Gladbach, immer noch keine Perspektive aufzeigen können.

Solidarität hat so viele Gesichter. Eins davon sind unsere Helden aus Gummersbach. Liebes Back Company Gummersbach-Team, wir danken euch von ganzem Herzen für euren großen Einsatz und dafür, dass ihr in den letzten Wochen auch noch unsere Aufgaben übernommen habt!

Tag 45 + 46: Das große Suchen

Die Tage 45 + 46 nach der Flutkatastrophe verbringen wir mit Suchen. Wir vermissen immer noch die Karten für den Preisschild-Drucker. Wir wissen genau, dass sie nicht im Müll gelandet sind, sondern mühevoll gereinigt und in einer Dose verpackt wurden. Nur leider haben wir dann die Spur verloren.  

Also machen wir uns auf die Suche, wir gehen bzw. fahren von Lagerort zu Lagerort (davon gibt es ganze 7 Stück) und wir finden jede Menge: Der schon seit Wochen vermisste Bockständer, die Jacke der Kollegin, die heißgeliebte Blechkanne, das aufgeweichte aber noch lesbare Gesundheitszeugnis der Kollegin – einzig die Dose mit den Karten bleibt vermisst.

Wer suchet, der findet – nur nicht unbedingt das, was er sucht 😉

Tag 44: Unternehmer spendet anonym – schnell und unbürokratisch

Tag 44 nach der Zerstörungsflut im Strundepark und wir dürfen einen Spendenumschlag in Empfang nehmen. Ein Unternehmer aus der Region wollte helfen, dabei aber anonym bleiben und hat sich an die Caritas Rheinberg gewendet. Ihm war es wichtig, dass seine Spende schnell und unbürokratisch an ein von der Unwetterzerstörung betroffenes Unternehmen in der Region weitergegeben wird.

Dass er sich dabei für uns entschieden, die Caritas seinen Wunsch so klasse umgesetzt hat und sich dabei spürbar mit uns freuen kann, ist wirklich wundervoll. Es gibt so viele tolle Unternehmen und Unternehmer, die sich für die Menschen ihrer Heimat einsetzen, was wäre z.B. das Vereinswesen ohne sie. Die meisten tun regelmäßig, wie selbstverständlich, Gutes und sprechen noch nicht einmal darüber.

Heute gilt unser Dank all diesen wichtigen Machern. Sie tragen große Risiken, übernehmen Verantwortung und setzen sich für Arbeitsplätze und Gesellschaft ein. Auch sie sind systemrelevant!

Tag 43: Großer Zuwachs auf der Sanierungsbaustelle

Es ist Tag 43 nach der Unwetterkatastrophe und wir schauen mal kurz im Laden vorbei. Gerade angekommen treffen wir auf den Bauleiter des Vermieters, im selben Moment fährt ein Stammkunde vor und wenige Minuten später trifft unsere Mitarbeiterin ein. Zufall oder haben sie es etwa geahnt, dass wir kommen? Sie alle interessieren sich genauso fürs Vorankommen auf der Baustelle und wollten sich, genau wie wir, nicht nur auf die Berichte in den Medien verlassen.

Gemeinsam schauen, wir uns um, und sind erfreut eine ganze Armee von Trocknungsgeräten vorzufinden. Bis vor kurzem waren es nur zwei, heute sind es ganze elf Geräte! Wir sind begeistert, dass es dem Bauleiter gelungen ist, so viele Geräte zu organisieren. Die Trocknung ist schließlich die entscheidende Komponente fürs Vorankommen.

Tag 42: Zeitungsbericht über die Back Company Bergisch Gladbach

Tag 42 nach der Überschwemmung unseres Bäckerei-Cafés in Bergisch Gladbach beginnt mit vielen Anrufen und Nachrichten. Back Company sei in der Zeitung. Gespannt schauen wir nach und finden den ausführlichen Bericht.

Wir empfinden es als große Wertschätzung, uns als kleines Unternehmen, in so einem großen Bericht wiederzufinden und sind dem Kölner Stadtanzeiger und vor allem der Redakteurin für ihre intensive Berichterstattung sehr dankbar.

Für heute verzichten wir deshalb auf eine eigene Berichterstattung und verweisen auf den Artikel

Tag 41: Blick auf das Schöne: Strundetal-Woche vom 03.-12.09.2021

Tag 41 nach der Strundeflut und wir stöbern im Programmheft der Strundetalwoche vom 03.-12.09.2021. Von Anfang an sind wir engagierte Mitglieder des Strundetal e.V. Die Menschen, die ehrenamtlich so etwas Außergewöhnliches, wie das „autofreie“ Strundetalfest auf die Beine stellen und sich mit so viel Leidenschaft für Ihre Heimat einsetzen, haben uns sofort begeistert.

Natürlich wollten wir auch in diesem Jahr, trotz Corona-Pandemie, Gastgeber und Mitveranstalter der Strundetalwoche sein. Die Planung war bereits in vollem Gange, als uns die Unwetterkatastrophe so erbarmungslos traf. So groß die Verzweiflung auch sein mag, sie darf nie so groß werden, dass wir das Schöne um uns herum nicht mehr erkennen. Das Strundetal ist wunderschön und hat so viel Gutes zu bieten. Es lohnt also, vorbeizukommen und eine glückliche Zeit in diesem besonderen Tal zu erleben.

Das Programmheft findet ihr übrigens hier

Auch wenn es uns persönlich im Augenblick noch schwerfällt, die schrecklichen Bilder zu vergessen, und unbedarft durchs Strundetal zu schlendern, freuen wir uns sehr über eine rege Teilnahme, als Lohn für all das Engagement der fleißigen Akteure, und aus Respekt vor der einzigartigen Natur- und Kultur-Landschaft.

Wir hoffen sehr, dass wir im nächsten Jahr beim großen, autofreiem Strundetalfest am 4. September 2022 wieder mittendrin sind.

Tag 40: Krise oder Wüste – es sind 40 Tage, die einen verändern

Tag 40 nach der großen Hochwasserkatastrophe im Strundetal und wir fragen uns, ob 40 Tage Krise so ähnlich sind wie 40 Tage Wüste und sie die Wende oder gar einen Neubeginn ermöglichen. Jedenfalls haben diese 40 Tage bei uns so einiges in Bewegung gebracht und wir stellen vieles in Frage.

Wir haben das große Glück, dass Strom und Internet funktionieren. Also recherchieren wir intensiv, um Antworten zu finden. Bei der Ursachenforschung stolpern wir über ein Video eines Katastrophen-Beobachters der ersten Stunde. Obwohl wir schon so viele Aufnahmen der Überschwemmung am 14.07.2021 im Strundepark gesehen haben, stockt uns der Atem. Es ist und bleibt so: Wir sind sprachlos!


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Tag 38 + 39: Das lange Warten hält an

Tag 38 + 39 nach der Strundeflut und der Zerstörung der Back Company in Bergisch Gladbach und wir warten immer noch auf Antworten und eine Zeitplanung…

Tag 37: Ein Wiedersehen und Besuch von der Presse

Es ist Tag 37 nach der Hochwasserkatastrophe in Bergisch Gladbach. Wir sind aufgeregt, aber auch voller Vorfreude auf das Treffen mit den Mitarbeiterinnen und der Redakteurin des Kölner Stadtanzeigers.

Wir machen uns sehr früh auf, um in Ruhe unser ehemaliges Bäckerei-Café, die jetzige Großbaustelle, erst einmal allein in Augenschein zu nehmen. Der Anblick tut weh, seit dem gestrigen Besuch, ist noch mehr rausgerissen worden. Es ist kaum noch etwas, von dem ursprünglichem Charme der Räumlichkeiten zu erkennen.  Der moderige Gestank ist selbst draußen zu riechen. Wir können die Sorgen einiger Mitarbeiterinnen vor dem jetzigen Anblick ihres Arbeitsplatzes verstehen, um so mehr freuen wir uns, dass sie sich dieser Herausforderung heute stellen.

Die Mitarbeiterinnen treffen ebenfalls früh ein, scheinbar geht es ihnen wie uns, es braucht etwas Zeit und Kraft, dem Schicksal gegenüberzutreten. Als dann die Redakteurin des Kölner Stadtanzeigers eintrifft, ergibt sich schnell ein offenes Gespräch. Ihre mitfühlende Art und ihre respektvollen Fragen führen dazu, dass jeder Einzelne über seine Erlebnisse und die Bilder der schrecklichen Katastrophe erzählt. Es macht uns alle sehr betroffen, an den Tag der Überschwemmung zu denken und zu hören, wie unterschiedlich und doch gleichsam schmerzhaft jeder diesen Tag erlebt hat. Und auch die darauffolgenden Bilder der Zerstörung lasten noch schwer auf jedem von uns.

Die Redakteurin des Kölner Stadtanzeigers nimmt sich fast 2 Stunden für uns Zeit. Sie besichtigt das Gebäude der Back Company und auch das ganze Gelände des Fachmarktzentrums im Strundepark. Sie lässt sich alles genau erklären und fragt auch nach unseren Zukunftsgedanken. Als sie längst gegangen ist, kommen uns ein paar scherzhafte Ideen: Wie wäre es mit einer „mobilen Back Company“? So könnten wir in Zukunft zumindest jedem Hochwasser davonfahren.

Natürlich sind wir sehr gespannt auf den Bericht des Kölner Stadtanzeigers, weitaus größer ist jedoch unsere Dankbarkeit für diese intensive, wertschätzende Begegnung, verbunden mit dem guten Gefühl, nicht vergessen worden zu sein.

Tag 36: Wie geht es eigentlich den Mitarbeitern der Back Company in Bergisch Gladbach?

Tag 36 nach der Zerstörung der Back Company in Bergisch Gladbach: Wir haben unsere Mitarbeiterinnen nun schon seit Wochen nicht mehr gesehen. Außer ein paar Telefonaten und WhatsApp-Nachrichten war keine Zeit für einen intensiven Austausch. Ehrlich gesagt, wissen wir auch nicht, was wir ihnen sagen sollen.

Es gibt doch noch nichts Neues. Es fehlt nach wie vor jegliches Zeitfenster für die Dauer der Sanierungsarbeiten. Frühestens in der nächsten Woche wird sich entscheiden, ob der Boden komplett erneuert werden muss. Nach wie vor gibt es nur eine Notstromversorgung und der Fehler ist noch nicht lokalisiert.

Wie geht es also für unser Team weiter? Da wir auf diese Fragen noch keine Antwort wissen, schieben wir den Austausch tatsächlich auch irgendwie vor uns her.

Erst der Anruf einer engagierten Redakteurin des Kölner Stadtanzeigers rüttelt uns wach. Wir vereinbaren mit ihr ein Treffen – mitten in der Sanierungsbaustelle – in den Räumen, die einmal die Heimat unseres gemütlichen Bäckerei-Cafés waren und laden auch unser Team dazu ein.

Nicht nur wir möchten wissen, wie es unseren Mitarbeiterinnen geht. Ganz bestimmt interessieren sich auch unsere Kunden, Freunde und Förderer dafür. Die Redakteurin des Kölner Stadtanzeigers ist jedenfalls aufrichtig am Schicksal dieser Menschen interessiert!

Tag 35: Spenden in der Krise: Wir sagen DANKE!

Es ist Tag 35 nach der Überschwemmung unseres Bäckerei-Cafés in Bergisch Gladbach und wir sind überwältig von einer beispiellosen Solidarität im Geschäftsleben.

Eine Unternehmerin aus Bergisch Gladbach hat von unserem Schicksal erfahren und beschlossen, 4 Wochen lang in ihrer Kundschaft für uns zu sammeln und von ihrem Einkommen abzugeben.

Unglaublich, eine Unternehmerin mit ebenfalls einem kleinen Geschäft, das wegen der Corona-Pandemie monatelang geschlossen war und die Eigentümerin in eine verzweifelte Lage gebracht hat, sammelt Geld für uns. Wie kann eine Frau, die das gerade erst durchgemacht hat, so handeln? Sie erklärt es uns, in ganz einfachen Worten: „Ich denke, wir sollten zusammenhalten, sonst gibt es bald keine kleinen Geschäfte mehr.“.  

Wer als Kleinstunternehmer die Corona-Krise erlebt hat, weiß mit welch großer existentiellen Belastung dies verbunden ist. Zumal die Pandemie noch längst nicht überwunden ist und man als Selbständiger immer wieder mit Einkommensausfällen rechnen muss. In dieser Situation die Empathie und Kraft zu finden, sich Gedanken über das Schicksal anderer zu machen, ist beispiellos.

Als wir von dieser großzugigen Geste erfuhren und zum Abholen der Spende in ein uns bisher nicht bekanntes Geschäft eingeladen wurden, waren wir tief bewegt. Der Empfang war so herzlich, das Geschäft so schön und gemütlich und das Gespräch so wertschätzend. Als wir dann den Umschlag entgegennehmen durften, waren wir sprachlos. 725,- € ist eine unglaubliche große Summe für ein kleines Geschäft. Gänsehaut pur!

Heute haben wir eine Unternehmerin kennengelernt, die für ihr selbstloses Handeln aller höchste Anerkennung verdient. Eine Unternehmerin, die mit so viel Herzblut ihr Geschäft führt und auch noch für andere da ist, zu kennen, ist uns eine große Ehre. Wir danken von ganzem Herzen für diese Großzügigkeit!

Tag 33 + 34: Das lange Warten und ein offener Brief an den Bürgermeister

Sehr geehrter Herr Bürgermeister!

Am 02.08.2021, an dem Tag, an dem wir unsere Auszubildenden entlassen mussten, haben wir Ihnen eine Mail geschrieben und auf die Auswirkungen der Strundeflut auf unser Geschäft, auf die Situation unserer noch verbleibenden Mitarbeiter und unsere Existenz hingewiesen.

Wir sind tief betroffen von den schrecklichen Schicksalen, die so viele Menschen um uns herum ereilten. Uns ist sehr bewusst, dass es viele Menschen wesentlich härter getroffen hat als uns. Und wir können verstehen, dass Sie nicht jede Nachricht an Sie persönlich beantworten können.

Wir hatten jedoch die Hoffnung, dass Sie Unterstützung von den MitarbeiterInnen der Stadtverwaltung haben und auch im Stadtrat über die tragische Unwetterkatastrophe sprechen und nach Lösungen für Betroffene aber auch über Ursachen und zukunftsfähige Entscheidungen diskutieren.

Als wir heute morgen, wie üblich, die Nachrichten unseres Vertrauens lasen, überraschte uns die Schlagzeile: Kurzarbeit für den Stadtrat. Wir zitieren wie folgt: „“Aufgrund mangelnder Themen und Anträge“ fallen im August und September einige Ausschüsse und eine Ratssitzung aus. Kommunalpolitische Entscheidungen können daher erst bei der nächsten Ratssitzung im Oktober formal verabschiedet werden. Noch viel länger setzt der Ausschuss für Bildung, Sport und Kultur aus.“

Vielleicht mag das eine nichts mit dem anderen zu tun haben, aber auf uns „zum Warten verurteilte Betroffene“, wirkt es wie ein schlechter Witz. Es gibt doch so viel zu tun. Wünschen wir uns denn nicht alle eine Stadt, die sich für eine lebenswerte Zukunft unserer Kinder und Jugend einsetzt?

Übrigens, helfen geht manchmal einfacher als gedacht. Ein Gespräch, ein Besuch, jede Form des Anteilnehmens kann schon so viel bewirken. Viele ehrenamtliche HelferInnen haben in den letzten 5 Wochen gezeigt, wie vielseitig Hilfe sein kann und wie durch eine wundervolle Welle der Solidarität Großartiges geschieht.

Falls es Sie interessiert, auf unserer Website finden Sie weitergehende Informationen über unser kleines Unternehmen und das Ausmaß diese Katastrophe: 

Tag 31 + 32: Denkpause!

Tag 31 + 32 nach der Strundeflut in Bergisch Gladbach und wir hängen im Gedankenkarussell fest. Wir brauchen eine Denkpause – nur leider lassen sich Gedanken so schlecht ausschalten…

Tag 29 + 30: Es heißt Freundschaft – weil man mit Freunden alles schafft!

Die letzten zwei Tage waren eine einzige Achterbahnfahrt. Gestern noch ganz unten in der Talsohle festgesteckt, wurden wir heute wieder ganz nach oben gebracht.

So viel Pech, wie wir scheinbar im Geschäft haben, so wenig Unterstützung, wie wir von „offiziellen“ Stellen erfahren, um so mehr Glück haben wir mit unserer Familie und unseren Freunden. Wer in der Krise Menschen hat, die zu einem halten, die immer wieder alles liegen und stehen lassen, die immer wieder Mut zu sprechen, nie Vorwürfe machen, sondern einfach da sind und zwar immer genau dann, wenn du denkst es geht nicht mehr – der kann wirklich alles schaffen!!!

Heute haben wir mal eben den Hof geräumt und er sieht jetzt wirklich picobello aus. Während dessen hatten die Kinder einen abenteuerlichen Ferientag. Und zwischendurch kommen so viele Lichtleins: Ihr nennt sie einen “Tropfen auf den heißen Stein” – wir nennen es echte Hilfe.

Ihr vielen lieben guten Menschen um uns herum, ihr macht diese Welt zu einem viel besseren Ort. Wir sind unbeschreiblich dankbar, euch Freunde nennen zu dürfen.

Tag 28: Andere Betroffene haben auch viel zu sagen

Heute sind wir über ein paar Erfahrungsberichte aus den besonders hart getroffenen Gebieten an der Ahr gestolpert. Sie sind sehr emotional und spiegeln viel von unseren eigenen Erfahrungen wider, so dass wir gerne einmal andere sprechen lassen. Natürlich betrachten wir alles durch unsere Betroffenheits-Brille und ganz bestimmt gibt es noch viele wichtige und auch wichtigere Berichte. Bei Interesse einfach aufs Bild klicken:

Tag 27: Warum eigentlich ein Tagebuch?

Tag 27 nach der Strundeflut und die Wellen schlagen hoch. Es gibt unterschiedliche Sichtweisen auf die Dinge. Aus Sicht des Vermieters läuft es gut und wir respektieren selbstverständlich die unterschiedliche Wahrnehmung und möchten deshalb an dieser Stelle ganz deutlich daraufhin weisen, dass es sich bei all unseren Beschreibungen immer um unsere persönliche Sichtweise handelt und diese somit natürlich subjektiv ist. Und doch möchten wir unser Tagebuch nicht einstellen.

Warum schrieben wir dies eigentlich? Weil wir der Meinung sind, dass es wichtig ist, sich mit den Ereignissen, den Gefühlen, dem Schicksal von Menschen zu beschäftigen. Wenn wir wissenschaftlich über Frühwarnsysteme, Krisenmanagement, Baumaßnahmen, Klimawandel, Bürokratie, usw. sprechen, erscheint dies alles weit weg. Wenn wir selbst betroffen sind, wird der Leidensdruck groß, es bietet sich aber auch die Chance etwas zu verändern. Nun möchten wir jedoch nicht, dass alle Menschen im Hochwasser untergehen, sondern wir hoffen, dass die Erfahrungen der Nachbarn, der Bekannten, der Freunde ausreichen, um unser Handeln und Denken zu reflektieren.

Tag 26: Wenn Empathie und Solidarität fehlt

Es ist Tag 26 nach dem Hochwasser im Strundepark in Bergisch Gladbach. Nach dem wir uns zwei Tage lang mit gedanklichen Aufräumarbeiten beschäftigt und unsere Zukunftsideen zusammengetragen haben, starten wir die Woche abermals mit Telefonaten. Dabei kristallisiert sich raus, um festzustellen, was von unseren Ideen geht und was nicht, braucht es unbedingt eine ungefähre Vorstellung davon, wie lange nun die Sanierungsarbeiten seitens des Vermieters dauern.

Genau in dem Augenblick bekommen wir endlich die ersehnte Mail der zuständigen Mitarbeiterin des Vermieterunternehmens. Diese beantwortet jedoch nicht unsere Frage, sondern macht sprachlos und furchtbar wütend. Die Nachricht ist sinnbildlich für die Art und Weise des Umgangs seit der Unwetterkatastrophe.

Seit nahezu 4 Wochen haben wir alles dafür getan, nicht nur unser Inventar zu retten, sondern auch das Gebäude zu schützen. Angefangen von den sofortigen Säuberungsarbeiten inklusive der Entschlammung des Vermietereigentums, der Reinigung des Außengeländes, der Toleranz bei einer höchst unprofessionellen Geländereinigung und andauernden Aufwirbelung von kontaminiertem Staub bis hin zu schneller Versorgung mit Notstrom und Inbetriebnahme der ladeneigenen Klimageräte zur Entfeuchtung.

Diese Mail ist auch sinnbildlich für die wechselhaften Aussagen in den letzten Wochen: „Trocknungsgeräte an, Fenster aber unbedingt geschlossen halten. Jetzt aber, Trocknungsgeräte an und Fenster und Türen weit öffnen – nein doch wieder andersherum. Der Boden bleibt, wie er ist – ach doch nicht, es werden Bohrungen vorgenommen, um zu schauen, was nötig ist (ist allerdings nicht geschehen) – lieber gleich, den Paniklevel steigern: Das sieht gar nicht gut aus, der Boden muss raus…“

Statt einer Antwort auf die für uns existentielle Frage, wie die Planung der Sanierungsarbeiten aussieht. (Ein Beginn ist zumindest unserseits noch nicht zu erkennen). Bekommen wir heute die Nachricht, dass es einen erneuten Termin zum Ablesen des Stromzählers braucht, schließlich laufen ja nach wie vor die Trocknungsgeräte (um das Gebäude zu entfeuchten – nicht unser Inventar, denn das ist ja ausgeräumt) und bevor der Laden vermieterseits übernommen werden kann, muss der Stromverbrauch uns Mietern zugerechnet werden.

Im Schlussteil der Nachricht findet sich noch die wichtige Frage, wann wir planen, die Holzbretter, die wir draußen hinter dem Geschäft hingelegt haben, zu entsorgen. (Übrigens, seit fast 4 Wochen stehen, dort auch die Türen, des Vermieters). Stört es die Sanierung der Räumlichkeiten, wenn es hinter dem Haus nicht picobello aussieht? Das schlecht gesäuberte Gelände ist scheinbar kein Problem, bei Regen trägt sich zwar kontaminierter Schlamm in die Gebäude, aber herumliegende Bretter sind scheinbar wesentlich gefährlicher.

Ganz ehrlich, hier fehlt uns jegliche Empathie und wir können uns den Investoren der Vermietergesellschaft gegenüber leider nicht mehr solidarisch zeigen. Uns geht einfach die Luft aus!

Wir appellieren an alle, die auf irgendeine Art derzeit Kontakt mit, von der Unwetterkatastrophe betroffenen, Menschen haben:  Wer vieles und häufig sogar alles verloren hat, der ist sehr dünnhäutig, befindet sich in einem Überlebenskampf und braucht unbedingt etwas Feingefühl.

Tag 24 + 25: Sendepause!

Tag 23: Leere Räume und ein weißes Blatt Papier für neue Ideen

Es ist Tag 23 nach der Unwetterkatastrophe in Deutschland. 23 Tage ist es nun her, dass unser Geschäft in Bergisch Gladbach in wenigen Minuten überflutet wurde, und es ist nichts mehr von dem liebevoll gestalteten und geführten Bäckerei-Café zu erkennen. Wir stehen in völlig geräumten Räumlichkeiten und fühlen uns wie vor gut 4 Jahren, als wir die Eröffnung unserer Back Company mit viel Herzblut planten.

Schnell wird klar, dass lässt sich nicht kopieren oder wiederholen. Wir haben nun, wie ein Schriftsteller, ein leeres Blatt Papier auf dem Tisch und können eine völlig neue Geschichte schreiben. So schrecklich der Verlust ist, so deutlich wird, in jedem Schrecken steckt ein Anfang. Wir mussten alles räumen, sehr vieles entsorgen, so manches findet einen anderweitigen Einsatz. Vielleicht ist ja nicht nur Liebgewonnenes verloren, sondern auch etwas Ballast genommen.

Die völlige Leere übermannt uns nicht, sondern sie inspiriert uns in alle Richtungen zu denken. Wir spinnen rum und es kommen uns die verrücktesten Ideen. Okay, sie sind noch so unausgegoren, dass sie es noch nicht aufs Papier geschafft haben. Aber mit der Energie des nach vorne und in alle Richtungen Schauens, gehen wir ins Wochenende und sind zuversichtlich, dass bald auch der Anfang einer neuen Back Company-Perspektive aufs Papier kommt.

Tag 22: Hilfe annehmen – eine wunderbare Erfahrung!

Tag 22 beginnt mit der Vorbereitung eines für uns ganz untypischen Termins. Wir haben ein Beratungsgespräch bei einer Hilfsorganisation.

Auf der Fahrt dorthin, ist der Chef merkwürdig ruhig. Auf Nachfrage gesteht er, dass er sich bis vor kurzem nicht hätte vorstellen können, einen solchen Termin zu machen. Schließlich habe er schon viel erlebt und sich immer selbst helfen können.

Komisch, anderen Menschen in der Not zu helfen, ist und war für ihn aber immer eine Selbstverständlichkeit – selber Hilfe annehmen jedoch nicht. Da macht ihm das Schicksal wohl einen Strich durch die Rechnung.

Das Beratungsgespräch ist so viel besser als erwartet. Es tut richtig gut, sich mal alles von der Seele zu reden, völlig neutral reflektiert zu werden, und von der Erfahrung einer Fachfrau zu profitieren. Natürlich kann sie nicht all unsere Probleme lösen, aber sie hilft uns, eine neue Welt der Möglichkeiten zu erkennen.

Diesen Tag haben wir einem besonderen Menschen zu verdanken. Seit vielen Tagen recherchiert, telefoniert und schreibt eine liebe Freundin, um für uns die richtigen Ansprechpartner zu finden. In einer ihrer Mailkopien fanden wir folgenden Satz: „…,denn ich lasse nicht nach, in meinem Bemühen, dieser Familie zu helfen.“  Daraus zehren wir so viel Kraft, vor allem in den Momenten, in denen wir selbst in unserem Bemühen nachlassen wollen.

Auf dem Nachhauseweg sind wir uns einig: Morgen werden wir um Hilfe bitten, wenn wir welche brauchen!

Tag 21: Seit 3 Wochen im Katastrophenmodus

An Tag 21 nach dem verheerenden Unwetter befinden wir uns immer noch im totalen Ausnahmezustand. 3 Wochen lang gab es keine gedankliche Pause, keinen Moment der Ruhe und Erholung, kein auch nur annähernd „normales“ Familienleben. Der Adrenalinspiegel ist im Dauer-Hoch – Tag und Nacht.

Während Politik und Hilfsorganisationen über zu wenig Zeit für den Aufbau einer Hilfs-Infrastruktur klagen, fragen wir uns, wie lange all die Betroffenen in den Krisengebieten diesen Stresspegel durchhalten können?

Tag 20: Ausbildungs-Aus bei Back Company in Bergisch Gladbach

Tag 20 nach der schrecklichen Hochwasserkatastrophe und wir müssen loslassen. Ohne Geschäftsbetrieb fehlt uns die Ausbildungseignung. Nach vielen Telefonaten und Beratungsgesprächen mit der IHK und der Agentur für Arbeit ist klar, ein halbes Jahr ohne Praxis ist für die Erreichung des Ausbildungsziels nicht zu verantworten. Zwei Auszubildende können nun ihre Ausbildung zum Verkäufer bzw. zur Verkäuferin nicht wie geplant bei uns beenden. Eine Auszubildende kann erst gar nicht ihre Ausbildung bei uns beginnen und schreibt uns: „Ich stehe, genau wie Sie, vor einem Scherbenhaufen“.

Seit 4 Jahren bilden wir in Bergisch Gladbach mit viel Engagement Verkäufer*innen und Einzelhandelskaufleute aus. Qualifizieren Menschen mit Einstiegshürden durch Einstiegsqualifzierungen fürs Berufsleben und nun stehen wir vor dem Ausbildungs-Aus. Wir leiden mit den jungen Menschen, die so viel Hoffnung hatten, es gemeinsam mit uns in eine gute berufliche Zukunft zu schaffen. Es ist noch gar nicht lange her, dass der Rheinisch Bergische Kreis mit uns einen Ausbildungsfilm gedreht hat. Wir waren so stolz und nun kommen uns die Tränen, weil wir immer noch nicht fassen können, dass es dies alles nicht mehr gibt.

Heute können wir nur noch eins tun, nämlich herzlich darum bitten, diese Nachricht zu teilen. Auch, wenn die IHK und die Agentur für Arbeit versprochen haben, sich um eine schnelle Vermittlung unserer Auszubildenden zu kümmern, möchten wir auf das Schicksal der drei jungen Menschen aufmerksam machen. Vielleicht findet sich schnell, der ein oder andere Betrieb, der sich bereit erklärt, unsere Azubis aufzunehmen.


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Tag 19: Aus Wochen werden Monate – viele Monate!

Tag 19 nach der Strundeflut in Bergisch Gladbach ist für uns ein rabenschwarzer Tag. Nach dem Ausbau des Kühlhauses durch unseren Kältetechniker wird klar, auch der Boden des Geschäftes ist durch das Schlammwasser massiv beschädigt.

Hatten wir schon länger eine Ahnung, so ist es nun Gewissheit: Es wird sehr lange dauern, das Bäckerei-Café zu sanieren. Wir reden schon seit einigen Tagen nicht mehr von Wochen, sondern von Monaten. Heute ging die Zahl der genannten Monate jedoch in schwindelerregende Höhe, so dass wir uns erst einmal von dem Schock erholen und intensiv nachdenken müssen.

Für heute ist es genug: Wir brauchen unbedingt Kraft für den morgigen Tag!

Tag 18: Sendepause!

Tag 17: Mit überwältigender Hilfe – Back Company in einem Tag geräumt!

Tag 17 war ein voller Erfolg aber auch so lang, dass wir es erst an Tag 18 schaffen, davon zu berichten.

Wir hatten das weltbeste Abbau-Team vor Ort in Bergisch Gladbach. Jede Helferin, jeder Helfer packte ohne große Worte sofort an. 14 Menschen, die wir dachten, bereits gut zu kennen, bewiesen so unterschiedliche und für uns neue Talente und beeindruckten uns zutiefst.

Das Helfer-Team bestand aus Menschen, die wir alle kennen, die sich aber untereinander zum Teil erst an diesem Tag kennenlernten und sich mit ihren unterschiedlichen Stärken und Talenten zu einem perfekten Räderwerk zusammenfügten und mit unglaublicher Ruhe, mit Respekt und Wertschätzung miteinander, arbeiteten.

In nur einem Tag wurde der komplette Ladenbau in Einzelteile zerlegt, unglaublich viele Paletten und Kisten gepackt. Nicht eine einzige Glasscheibe ging kaputt und als der Notstrom ausfiel, wurde im Dunkeln weiter gemacht, half der Nachbar mit Strom für die Kaffeemaschine aus und schickte unser Elektrobetrieb trotz Samstagnachmittag schnelle Hilfe.

Rund um unser Geschäft im Strundepark sahen wir überall Autos, Transporter, Anhänger und Werkzeuge. Nach Lagerort sortiert, wurde beladen, gefahren und entladen. Woher wussten unsere Helfer, was wir alles benötigten, wie all die Dinge sicher demontiert und transportiert und optimal im jeweiligen Lager verstaut werden? Wir wussten es jedenfalls nicht! Heute wissen wir aber, wer solche Helden kennt, braucht auch vor unmöglich scheinenden Aufgaben keine schlaflosen Nächte haben.

Liebe Helferinnen und Helfer, mögen wir durch die Unwetterkatastrophe viel Geld verloren haben, durch euch haben wir so viel gewonnen. Wir sind erfüllt von diesem menschlichen Reichtum! DANKE!

Tag 16: Das Gute liegt so nah – Lagerräume gefunden!

An Tag 16 nach der Strundeflut stellt sich raus, das Gute liegt so nahe. Zwei Geschäftsnachbarn konnten helfen und stellen uns völlig unbürokratisch einen Teil ihrer Lagerräume zur Verfügung. Wir sind froh und glücklich, denn die beiden Räumlichkeiten ergänzen sich perfekt. Dank dieser großzügigen Nachbarschaftshilfe bleiben uns sogar die Suche nach geeigneten Transportfahrzeugen und lange Transportwege erspart.

Und nicht nur in der Geschäftsnachbarschaft, sondern auch in der Wohnnachbarschaft findet sich ein optimaler Platz. Alles was noch gewissenhaft geprüft und sortiert werden muss, wird hier großzügig aufgenommen. Obwohl die Eigentümer auf dem Weg in den wohlverdienten Urlaub sind, überlassen sie uns bedenkenlos ihre Scheune. So viel Vertrauen erfüllt uns mit großer Dankbarkeit.

Und es kommt noch besser, ein Trupp ehrenamtlicher Helfer bildet für uns ein Abbau-Team. Statt das Wochenende nach einer arbeitsreichen Woche einzuleiten, beginnen sie morgen früh ihren Dienst bei uns in Bergisch Gladbach.

Echte Nachbarschaftshilfe ist ein großartiges Geschenk und wir durften dies heute so intensiv erleben, dass wir nun voll Zuversicht auf den morgigen Tag blicken.

Tag 15: Stadt-Bürokratie statt schnelle Hilfe

An Tag 15 nach der Hochwasserkatastrophe im Strundepark gibt es endlich Nachricht vom Amt. Leider geht es nicht um die vor einer Woche beantragte Soforthilfe, sondern um die von uns bereits vor 14 Tagen verloren gemeldete Biotonne.

Um den Verlust der Mülltonnen zu melden, brauchte es zahlreiche Anläufe, allein eine zuständige Person zu ermitteln, glich Detektivarbeit. Als diese endlich gefunden war, stellte sich raus, dass sie erst am nächsten Tag und nur vormittags zu erreichen sei und es eines formellen Verlustantrag bedarf.

Nach gründlicher Recherche hat die Vertreterin der Stadt Bergisch Gladbach nun festgestellt, dass uns eine Biotonne in den letzten 4 Jahren gar nicht zu gestanden hätte und wir deshalb nun, trotz Verlustantrages, keine bekommen werden. Macht nichts, brauchen wir ja jetzt auch nicht mehr! Die gute Nachricht aus dem Rathaus kam gleich hinterher, wir müssen die Bio-Tonne nun auch nicht mehr bezahlen.

Warum schreiben wir dies? Weil es exemplarisch ist für den Formalismus, mit dem wir uns seit langem rumschlagen, von dem wir dachten, er sei in der Corona-Krise bereits auf die Spitze getrieben worden, macht er uns in den letzten zwei Wochen im Kampf um unsere Existenz einfach nur wütend.

Die Berichte von Helfern und Anwohnern aus den vom Hochwasser besonders hart getroffen Gebieten vermitteln den Eindruck, dass selbst im Kampf um Leben und Tod, schnelles und unbürokratisches Handeln Privatsache ist.

Immerhin hat der Chef nach langer Suche am Ufer der Strunde unsere Papiertonne wieder gefunden. Private Initiative hat bekanntlich schon so manches Problem gelöst.

Tag 14: Solidarität auch in der Kundschaft

Es ist Tag 14 nach der Überflutung unseres Bäckerei-Cafés. Wir sind nun seit Tagen vor Ort und bereiten die komplette Räumung vor. Unsere Arbeiten werden immer wieder von Kunden unterbrochen, die schockiert vor bzw. im Geschäft stehen und nicht fassen können, was passiert ist.  

Scheinbar hat sich auch nach 14 Tagen noch nicht rumgesprochen, wie schlimm das Unwetter im Strundepark zugeschlagen hat. Wir sind sehr gerührt von den tröstenden Worten und auch ein wenig Stolz, wenn z.B. unser Cappuccino als bester der Stadt gelobt und das gemütliche Frühstück bei uns schmerzhaft vermisst wird.

Unsere Stammkunden, die seit Jahren regelmässig kommen und unser Café ein wenig wie das zweite Wohnzimmer sahen, sind betrübt. Einige haben sich zusammengetan und sogar eine Spende gesammelt. Wir sind sehr gerührt von soviel Anteilnahme und tief traurig darüber, dass all dies nun so weit weg scheint.

Uns ist bewusst, dass kein Kunde wochen- oder sogar monatelang auf uns Warten kann und sich nun Alternativen suchen muss. Zu all den Sorgen, die uns durch den Kopf gehen, gesellt sich eine Neue: Kommen unsere Kunden wieder zurück? Gerät unsere kleine Back Company vielleicht sogar in Vergessenheit?

Tag 13: Schlimme Explosion in Leverkusen lässt uns innehalten

Am Tag 13 nach der Hochwasserkatastrophe spüren wir in Bergisch Gladbach eine Detonation. Kurze Zeit später erfahren wir von der verheerenden Explosion im Chempark in Leverkusen, unserem Nachbarort – ein Ort der ebenfalls vor 13 Tagen überflutet wurde.

Wir beschließen heute keinen Tagebucheintrag vorzunehmen. Unsere Gedanken sind bei den Opfern dieser Explosion und bei den Opfern der Hochwasserkatastrophe sowie deren Angehörigen.

Tag 12: Alles muss raus – Lagermöglichkeit gesucht!

Tag 12 nach dem schlimmen Hochwasser stellt uns vor eine weitere große Herausforderung. Wir haben uns deshalb entschlossen, aus unserem heutigen Update einen Hilferuf zu machen.

Hatten wir es bisher versucht zu verdrängen und immer noch auf eine schnelle Lösung gehofft, ist es nun klar: Das Gebäude der Back Company in Bergisch Gladbach muss umfangreich saniert werden. Sämtliche Wandaufbauten, Rigipsplatten etc. müssen raus. Wände müssen bis auf mindestens halbe Höhe neu verputzt bzw. gefliest werden und so vieles mehr. Das bedeutet, das gesamte Bäckerei-Café muss komplett geräumt werden.

Wie sehr hatten wir uns in der letzten Woche darüber gefreut, einiges von unserem Inventar gerettet zu haben. Nun wissen wir jedoch nicht wohin mit all den Sachen. Einen Teil haben wir bereits bei unserer Familie und bei Freunden untergestellt.

Nun ist der Lagerbedarf jedoch alleine nicht mehr zu stemmen. Wir sind also auf der Suche nach einer Lagerräumlichkeit von mind. 100 qm für einen Lagerzeitraum von ca. 6-8 Wochen, möglichst in der Nähe unseres Geschäftes im Strundepark in Bergisch Gladbach. Denn die nächste Herausforderung wird der Abbau und der Transport der Sachen sein…

Liebe Back Company-Hilfsgemeinschaft! Habt ihr in eurem Netzwerk irgendjemanden, der uns helfen kann bzw. könnt Ihr unseren Hilferuf verbreiten und uns bei der Suche nach einer möglichst kostenfreien Lagerung unterstützen?

Tag 11: Regen erinnert an die schreckliche Unwetterkatastrophe vom 14.07.2021

Am Tag 11 nach der verheerenden Unwetterkatastrophe gewittert es und kurzzeitig fällt heftiger Regen. Nach den schrecklichen Erlebnissen während des Unwetters am 14.07.2021 kommen Erinnerungen und auch Ängste hoch. Wir sind nervös, weil der Abfluss hinter dem Geschäft im Strundepark sofort überläuft. Wenn wir schon Angst  vor Regen und einem überlaufenden Kanal haben, wie mag es den Menschen gehen, die Mitten in dieser Katastrophe im tiefen Wasser standen und eine lebensbedrohliche Extremsituation erlebt haben.

Wir fragen unsere Mitarbeiterin, die am Tag der Überflutung ihre Schicht in der Back Company in Bergisch Gladbach hatte, wie sie dieses schreckliche Ereignis erlebt und verarbeitet hat.

Da das Wasser von hinten aus dem kleinen Bachlauf der Strunde kam, merkte sie erst deutlich später als die Nachbarn, dass etwas nicht stimmte. Ihr Blick richtete sich nach vorn auf den Kundeneingang. Als sie sah, dass Wasser ins Geschäft lief, schloss sie die Türe und begann, den Eingangsbereich trocken zu wischen. Schnell merkte sie, dass von allen Seiten Wasser eindrang und das Telefon nicht mehr funktionierte. Vom Nachbarn wusste sie, dass die Feuerwehr alarmiert war, aber erst in einer Stunde kommen würde.

Sie machte sich große Sorgen um den Laden und versuchte, möglichst viel hoch zu lagern. Das Wasser stieg immer weiter. Wollte sie den Chef eigentlich nicht im Urlaub stören, griff sie nun zu ihrem Handy und rief ihn an. Dieser bat eine in der Nähe wohnende Mitarbeiterin um Hilfe. Die Kollegin ließ alles liegen und stehen und war in wenigen Minuten vor Ort. Ihre Videoaufnahme schockierte. Das Wasser war bereits so hoch gestiegen, dass sich keine Türe mehr öffnen ließ. Die Mitarbeiterin war im Laden eingeschlossen und sah wie sich die Eingangstüre beängstigend weit bog. Der Chef, nach wie vor mit ihr im Telefonat, wies sie an, die Hauptsicherung sofort auszuschalten. Währenddessen fand die Kollegin draußen in der Nähe zwei Feuerwehrleute und bat um Hilfe. Über das Fenster wurde die Mitarbeiterin schließlich aus dem Geschäft gehoben und, aufgrund der starken Strudelbildung und der Gefahr von losen, schweren Teilen wie Kanaldeckeln, bis auf festen Boden begleitet.

Unsere Mitarbeiterin war mitten drin und hatte mehr Sorge um das Geschäft, als um ihr Leben. Sie bestand sogar darauf, die Kassenschublade mitzunehmen. Nun sorgt sie sich um ihren Arbeitsplatz und unterstützt uns beim Wiederaufbau mit allen Kräften. Für sie sei dies die beste Form, das Erlebte zu verarbeiten.

Hatten wir bisher alles nur von außen gesehen, zeigen uns die Erzählung und auch die Aufnahmen unserer mutigen Kollegin, wie unfassbar schnell alles passierte, und wie gefährlich es war. Wir sind sehr froh, dass ihr nicht noch Schlimmeres geschehen ist.

Heute denken wir an alle, die solch traumatischen Erlebnisse vor wenigen Tagen durchgemacht haben und hoffen, dass sie, neben all der Unterstützung bei den physischen Aufräumarbeiten, auch Hilfe bei der psychischen Aufarbeitung bekommen.


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Tag 10: Helden verbringen Wunder

Tag 10 beginnt mit vielen Telefonaten, denn die offenen Fragen von gestern, wollen beantwortet werden. Natürlich finden wir niemanden, der auf alles eine Antwort weiß. Wer kann das schon, in einer Katastrophe, die sich vor 10 Tagen in unserem Land niemand vorstellen konnte. Dafür kommen aber jede Menge guter Ideen zusammen.

Statt die Wassertanks der Trocknungsgeräte zu leeren, versuchen wir einen direkten Wasserablauf zu schaffen. Ist die Konstruktion noch provisorisch, wissen wir jetzt aber, dass es geht und können an der Verbesserung arbeiten. Auch über Luftumwälzung haben wir einiges gelernt und direkt zwei Ventilatoren besorgt.

Viel mehr konnten wir heute im Laden nicht erreichen. Also haben wir uns der Technik zugewandt. Unsere Helden des Tages sind die Freunde, die das Unmögliche möglich gemacht haben und die Lichter an den für uns so wichtigen Geräten angeschaltet haben.

Der PC aus dem Büro in Bergisch Gladbach blieb von Feuchtigkeit nicht verschont. Die ersten Versuche, ihn wieder in Betrieb zu nehmen, scheiterten kläglich. Da musste erst jemand kommen, der sich damit auskennt. Mit viel Ruhe und Ausprobieren, vielleicht auch Handauflegen, brachte er nicht nur den Rechner, sondern gleich auch noch den so wichtigen Spezialdrucker zum Leuchten.

Die Industrie-Spülmaschine, die vollständig im Schlammwasser stand und bereits für Tod erklärt worden war, strahlt in vollem Glanz und spült wieder. Okay, es reichte nicht aus, ihr die Hand aufzulegen. Der Tüftler ging mit der Einstellung „geht nicht, gibt’s nicht“ ran und nach vielen Stunden, bewies er, es lohnt sich, nicht aufzugeben.

Dank unserer persönlichen Helden, glauben wir wieder an Wunder und möchten alle Betroffenen motivieren: „Schaut auf das Wunder der großartigen Hilfe, die uns allen zu Teil wird und gewinnt daraus Kraft für morgen.“

Tag 9: Große Ungeduld und viele Fragen im feuchten Laden im Strundepark

Es ist Tag 9 und ein merkwürdiges Gefühl überkommt uns. Heute kommt kein Elektroniker, kein Handwerker, kein Hilfstrupp und wir erkennen kein vorankommen.

Eigentlich sollten wir uns darüber freuen, dass das Notstromaggregat nicht mehr benötigt wird. Die frisch verlegte Notstromleitung hat Ihren Dienst aufgenommen und versorgt unsere derzeit wichtigsten Helfer, die zwei Trocknungsgeräte, mit Energie. Die beiden können ab sofort Tag und Nacht arbeiten. Allerdings benötigen sie etwas Unterstützung, die Wasserauffangtanks müssen regelmäßig geleert werden. Wir stellen fest, dass diese bereits nach wenigen Stunden voll sind, und beschließen, den Chef zu entlasten und uns im Team mit der Leerung abzuwechseln.  

Die große Feuchtigkeit bereitet uns Sorge. Es fällt uns schwer, nichts tun zu können. Viele Fragen bleiben heute unbeantwortet: Wie lange dauert solch ein Trocknungsprozess? Brauchen wir mehr Trocknungsgeräte? Und wann wird endlich der Fehler in der Stromzuleitung gefunden? Und immer wieder die alles überlagernde Frage: Wie und Wann können wir eine Wiedereröffnung schaffen?

Tag 8: Soforthilfen, Spenden und ein Versprechen

An Tag 8 nach der Strundeflut geht es ums Geld. Viele Weisheiten rund ums Geld gehen uns durch den Kopf, z.B. über Geld spricht man nicht. Wir haben uns jedoch dazu entschieden heute darüber offen und ehrlich zu schreiben, denn es ist uns ein großes Anliegen zu versichern, dass wir uns keinesfalls an dieser Krise bereichern werden.

Voller Überzeugung zitieren wir die Redensart „Geld ist nicht wichtig, Hauptsache wir sind gesund“. Wenn wir die Berichte der Unwetterkatastrophe in unserem Land sehen, schämen wir uns dafür, dass wir über unser Leid klagen. Wir haben niemanden in den Fluten verloren, sind nicht verletzt worden. Wir hatten großes Glück – wir Leben!

Und doch spielt Geld eine Rolle. Es ist der Treibstoff, der uns am Leben hält – es kommt allerdings auf die Dosierung an. Deshalb haben wir heute Kassensturz gemacht. Die Back Company in Bergisch Gladbach hat vor 4 Jahren eröffnet und befand sich mitten in der Entwicklung als uns die Corona-Krise traf. Das Geschäft hat bisher Verlust gemacht und der Investitionskredit muss noch abgezahlt werden. Hinzu kommen nun die Kosten der Schadenbehebung. Stand heute wissen wir, dass sich diese im hohen 5 stelligem Bereich bewegen. Eine konkrete Aussage, erhoffen wir uns in der nächsten Woche nach dem Termin mit dem Bausachverständigen.

Wir sind unendlich beschämt, quasi über Nacht auf fremde Hilfe angewiesen zu sein. Niemals konnten wir uns vorstellen, Familie und Freunde um Geld zu bitten. Schließlich heißt es doch, bei „Geld hört die Freundschaft“ auf. Und auf einmal stellen wir fest, dass genau diese Menschen uns unaufgefordert Geld überweisen und sogar Spendenkonten einrichten.

An dieser Stelle wollen wir keinesfalls um Spenden bitten. Wir wollen aber darauf hinweisen, dass liebe Menschen eigenständig solche Aufrufe initiiert haben:

https://paypal.me/pools/c/8Bekrv9s68

https://www.betterplace.me/fluthilfe-backcompany-bergisch-gladbach

Vor allem wollen wir für all diese großartige und selbstlose Hilfe von ganzem Herzen danken. Wir sind überwältigt. Die Hilfe, die uns jeden Tag erreicht, ist so vielfältig und aufrichtig und hört selbst bei Geld nicht auf.

Heute hat das Land NRW Wort gehalten und eine unbürokratische und schnelle Soforthilfe in Höhe von 5.000,- € bereit gestellt. (https://www.land.nrw/de/soforthilfe) Natürlich deckt dieser Betrag den Schaden nicht, aber er ist eine echte und schnelle Hilfe, die wir sofort beantragen.

Liebe Back Company- und Familie Müller-Unterstützer, wir danken euch aus tiefstem Herzen. Wir versprechen euch, Geld, dass wir zur Schadenbehebung nicht benötigen, werden wir den Menschen spenden, die nach dieser Hochwasserkatastrophe Hilfe ebenfalls dringend brauchen. Und wenn wir es irgendwie und irgendwann geschafft haben, werdet ihr in unserem kleinen Bäckerei-Café unsere liebsten Gäste sein. Die Gutscheine hierfür bringen wir euch ganz persönlich vorbei!

Tag 7: Nachrichten aus den Krisen-Schaltzentralen

Heißt es nicht eigentlich, am 7. Tage sollst du ruhen? Am Tag 7 nach der Hochwasserkatastrophe im Bäckerei-Café in Bergisch Gladbach ist daran allerdings nicht zu denken. Im Gegenteil sämtliche Back Company Schaltzentralen sind völlig überlastet.

Heute werden zwei Kämpfe gefochten:

Im Laden schuften die Elektroniker, um schnellstmöglich für Strom zu sorgen. Und dann die schlechte Nachricht: Die 80 m lange Stromleitung zwischen Geschäft und dem Hauptverteiler (Zähler) der Rhein Energie ist defekt. Die Fehlersuche kann dauern, schlimmstenfalls muss alles aufgerissen werden.

Nach dem das Büro in Bergisch Gladbach abgesoffen ist, müssen sämtliche Arbeiten von zu Hause erfolgen. Akten sind zerstört, die Büroausstattung liegt in Einzelteilen verstreut. Vieles ist nicht mehr aufzufinden und doch müssen Lohnabrechnungen erstellt und Rechnungen bezahlt werden. Während unsere Welt zum Stillstand gekommen ist, läuft sie anderswo, wie gehabt, weiter.

Nach 7 Tagen absolutem Ausnahmezustand, fehlt die Kraft und wir beschließen, die Suche nach Lösungen für heue einzustellen. Morgen ist schließlich auch noch ein Tag.

Tag 6: Back Company Zukunft im Nebel

Es ist Tag 6 nach der Überschwemmung des Bäckerei-Cafés in Bergisch Gladbach und es wurde jede Menge Staub aufgewirbelt.

Gert Müller ist der Erfinder, Gründer und Inhaber der Back Company, einem kleinen Familienbetrieb mit nur zwei Filialen. Sein Konzept vereinbart die Vorteile einer Traditionsbäckerei und einer Selbstbedienungsbäckerei und fügt sich ganz individuell in einen lokalen Markt ein. Anders als vielleicht vermutet, verbirgt sich hinter Back Company kein Konzern und keine Zentrale, sondern eine Familie und Mitarbeiter, die mit Leidenschaft und viel Liebe zum Detail für ihre Kunden da sind.

Seit über 40 Jahren ist unser Chef bereits selbständig und hat viele Höhen und Tiefen erlebt. Schon einige unternehmerische Krisen hat er erfolgreich gemeistert. Wer ihn kennt, weiß, er ist ein absoluter Macher, eine rheinische Frohnatur, der das Zusammensein mit Menschen liebt. Er packt da an, wo er gebraucht wird und ist sich für nichts zu schade.

Er ist es gewohnt, Verantwortung für sein Handeln zu übernehmen und nicht andere für sein Schicksal verantwortlich zu machen. Kein Wunder, dass er sich nun mit Selbstvorwürfen quält. Dachte er, als erfahrener Unternehmer, immer an den umfassenden Versicherungsschutz seiner Geschäfte, stellt er nun fest, dass die jetzt entscheidende Elementarversicherung fehlt.

Gert Müller steht mit 66 Jahren statt vor der Rente vor der großen Aufgabe, für sein Team und sich, einen Neuanfang zu schaffen. Aber sagt nicht schon ein bekannter Schlager: “Mit 66 Jahren da fängt das Leben an”?

Auch wenn die Zukunft im dichten Nebel liegt, haben wir heute, im untergegangenem und letzte Woche weggeschwemmten Blumentopf, eine kleine Blüte der Hoffnung gefunden. Ein Symbol für all die Hilfe, die wir bekommen.

Tag 5: Putzen, schrubben, waschen und mit Strom im Strundepark weitermachen

Mit Tag 5 beginnt eine neue Woche und auch neues Glück. Schon früh am Morgen laufen die Telefone heiß. Jeder schaut, ob er nicht jemand kennt, der jemand kennt, der uns weiterhelfen kann. Und plötzlich steht ein dieselbetriebenes Stromaggregat und die erste Heizung vor der Tür. Der Müllcontainer wird geleert, der Hof gekehrt und in zahlreichen Haushalten wird für uns gewaschen und gebügelt. Anhänger werden entladen, es wird kräftig geschrubbt und an den unterschiedlichsten Orten finden sich Zwischenlager-Möglichkeiten.

Die Familienunternehmen des Strundeparks vernetzen sich und schaffen schnelle Kommunikationswege und einen optimalen Austausch. Manche lernen sich erst jetzt kennen und schätzen.

Am späten Nachmittag erneutes Glück: Ein befreundeter Unternehmer plant gewaltig um und schickt uns schon morgen früh einen seiner Elektroniker zum Austausch der Unterverteilung. Das, was gestern noch so schmerzlich vermisst wurde, nämlich Strom, erscheint in greifbarer Nähe.

Liebe Familie, liebe Freunde und liebe Strundepark-Nachbarn wir danken euch für diesen hoffnungsstiftenden Tag.

Tag 4: Großer Schaden bei Back Company in Bergisch Gladbach

Es ist Tag 4 nach der großen Überschwemmung des Strundeparks – ein sonniger Sonntag, der sich so falsch anfühlt. Auf der Fahrt zum Geschäft und dem Blick auf voll besetzte Café-Terrassen überkommt uns große Trauer. Für uns erscheint dies unerreichbar fern.

Gemeinsam mit vielen Helferinnen und Helfern haben wir sämtliche Geräte und Möbel auseinander montiert und gereinigt. Wir sind erschrocken über das Ausmaß des Schadens. Ein Gefühl der Ohnmacht macht sich breit.

Wir brauchen dringend Trocknungsgeräte, aber es sind keine zu kriegen und ohne Strom können wir einfach nichts machen.

Die Kollegen vom Stromwerk arbeiten auch am Sonntag und haben es geschafft, die anderen Mieter des Strundeparks mit Strom zu versorgen. Nur unser Laden darf nicht angeschlossen werden. Er stand am tiefsten im Wasser und die Unterverteilung ist hin.

Wenn sich eins nicht verträgt, dann ist es Elektronik und Wasser. Das zeigen auch die Fotos des heutigen Tages:

Tag 3: Back Company Geschäft vom Schlamm befreit

Tag 3 nach der Strunde-Flutwelle und wir sind unendlich erschöpft und tief bewegt von der großartigen Unterstützung, die uns von so vielen selbstlosen Menschen entgegengebracht wird. Voller Dankbarkeit wollen wir unser Tagebuch fortführen, denn wir können es euch nicht allen persönlich sagen.

Tief betroffen sind wir von den schrecklichen Schicksalen, die so viele Menschen um uns herum ereilt haben. Dachten wir vor zwei Tagen noch uns ginge es schlecht, ist uns heute sehr bewusst, dass es viele Menschen wesentlich härter getroffen hat.

Unsere Gedanken sind heute bei den unzähligen Menschen, die in Not sind. Wir fühlen mit und wollen mit unserem Video, das zeigt, wie viele Hände unseren Laden vom Schlamm befreit haben, Mut machen. Gemeinsam finden wir einen Weg!


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Tag 2: Hilfe und Solidarität im Strundepark

Am Tag 2 wurden wir überrollt von Hilfsangeboten, ehrlich gesagt waren wir völlig überfordert dies zu koordinieren. Es ist unmöglich allen persönlich zu danken, um so wichtiger ist es uns, hier zu schreiben. Ohne diese große Solidarität hätten wir längst aufgegeben. Jede Form der Anteilnahme, jedes Anpacken, vorbei bringen von Werkzeug und Verpflegung, jeder Versuch Geräte zu organisieren, jeder Lösungsgedanke, jedes Mut zusprechen, jedes tröstende Wort, wirklich alles hilft uns sehr! Vielen vielen Dank!

Heute bekamen wir auch Zuspruch von Politik und Verbänden, vom Vermieter und der Presse. Danke, dass Sie sich vor Ort ein Bild gemacht haben, sich Zeit genommen haben und einfach zugehört haben. Wir wissen, dass Sie keine Wunder verbringen können, aber Sie haben Einfluss und können Dinge verändern.

Tag 1: Aufräumarbeiten bei Back Company in Bergisch Gladbach

Am Tag 1 hatten wir unglaublich selbstlose Hilfe von Mitarbeitern, Familie und Freunden. Wir sind ergriffen, von dieser überwältigenden Anteilnahme und möchten allen ehrenamtlichen Helfern in dieser Katastrophe ein ganz großes DANKESCHÖN aussprechen.

Die Hauptamtlichen, die Vertreter unserer Stadt, haben allerdings ihre Chance auf medienwirksame “Stiefelbilder” ungenutzt gelassen. Am Tag 2 hoffen wir nun, dass sie sich zumindest für die Katastrophe im Strundepark und die Betroffenen interessieren. Ohne schnelle Hilfe ist die Existenz der kleinen Unternehmen und die Sicherung der Arbeitsplätze mitten in der Corona-Krise unmöglich.

Der Tag der großen Flutwelle im Strundepark in Bergisch Gladbach

Am Tag 0 – der Tag der großen Flutwelle – rettete die Feuerwehr unsere Mitarbeiterin. Wir alle sind unendlich dankbar für diese Hilfe und, dass im Strundepark, anders wie an vielen Orten im Land, kein Mensch zu Schaden gekommen ist.


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